GAIN Gender Bites

Dieses neue Format bietet thematisch fokussierte und prägnante Gespräche mit Expert*innen zu aktuellen Themen im Kontext der Forschungsplattform GAIN – Gender Ambivalent In_Visibilities.

  • 1 Stunde
  • 1-2 Expert*innen und 1 Moderator*in
  • informativ, interaktiv, intensiv

Idee und Konzeption: Susanne Hochreiter, Andrea Lehner-Hartmann und Sara Vorwalder

GAIN Gender Bites mit Michelle Proyer: Gender und Inklusion. LGBTQIA+ und Schule

Mittwoch, 20.03.2024
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom

Inklusion und Schule finden sich in gesellschaftlichen Diskursen intensiv und oftmals auch kontrovers diskutiert. Inklusion umfasst dabei in einem weiteren Verständnis nicht nur Beeinträchtigungen, sondern geht auch jenen intersektionalen Verflechtungen nach, die durch unterschiedliche Differenzkategorien, wie Fragen des belonging, Geschlecht oder sexuelle Orientierung bedingt sind.
Mit Michelle Proyer sprechen wir über aktuelle Forschungsbemühungen, die der Frage nachgehen, wie mit LGBTIQA+ im schulischen Kontext, insbesondere auch im Hinblick auf Diversität bei den Lehrer*innen umgegangen wird. Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit einem Ländervergleich zwischen Österreich und Thailand.
Ihr Forschungsverständnis ist davon geprägt, dass sie nicht nur explizit benennbaren Fragestellungen nachgeht, sondern auch jene impliziten Annahmen und Wirkmechanismen reflektiert beispielsweise ihre Rolle im Forschungsprozess als Forscherin im (inter)nationalen Kontext betreffend. Forschungsethische Überlegungen rund um das Thema LGBTIQA+kommen dabei ebenso in den Fokus.

Michelle Proyer forscht und lehrt aktuell noch am Zentrum für Lehrer*innenbildung und Institut für Bildungswissenschaft als Assoziierte Professorin für Inklusive Pädagogik. Bei den GAIN Gender Bites gibt sie uns einen Einblick in eines ihrer Forschungsschwerpunkte, die im Bereich Intersektionen, Behinderung und Kultur sowie partizipative und international vergleichende Forschung angesiedelt sind.

Moderation: Andrea Lehner-Hartmann


GAIN Gender Bites: "Care4Care – Promising Practices für die Anstellung von Live-In Care Arbeiter*innen" mit Maria Sagmeister

Montag, 05.06.2023
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom

Die Pflege und Betreuung älterer Menschen wird vielfach von migrantischen Arbeitskräften verrichtet, deren Alltag von langen Arbeitszeiten, schlechter Bezahlung und mangelndem arbeitsrechtlichem Schutz geprägt ist. Muss das so sein? Das Projekt Care4Care, eine Kooperation der IG24, LEFÖ-IBF und Partnerorganisationen in Rumänien und der Slowakei, zielt darauf ab, die Situation von Pflegekräften in Österreich im Hinblick auf ihre Arbeitsbedingungen und den Zugang zu Sozial- und Arbeitsrechten zu verbessern. Im Rahmen dieses Projekts wurde eine Studie zu Promising Practices für die Anstellung von Live-In Care Arbeiter*innen in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Dabei wurden sowohl vielversprechende Praktiken aus anderen Rechtsordnungen sowie zwei genossenschaftliche Projekte zur Organisation häuslicher Care Arbeit untersucht und innovative Ansätze zusammengetragen, die sowohl gute Arbeitsbedingungen, als auch die Qualität der Betreuung gewährleisten.

Mit Maria Sagmeister sprechen wir über die zentralen Ergebnisse der Studie und diskutieren, welche Schlüsse sich daraus für die Situation in Österreich ziehen lassen. Sie ist Rechtswissenschafterin bei GAIN – Gender: Ambivalent In_Visibilities und hat die Care4Care Promising Practices Studie 2022-2023 durchgeführt.

Mehr Informationen zu Care4Care

Moderation: Andrea Lehner-Hartmann


GAIN Gender Bites: "Anthropozän intersektional: Der Fall KlimaSeniorinnen gegen die Schweiz" mit mit Petra Sußner

Donnerstag, 23.03.2023
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom

 

Die Klimakrise verdichtet sich, und bald könnten ihre Folgen die menschliche Fähigkeit zur Anpassung übersteigen. Auf Straßen und in Gerichtssälen mobilisieren Menschen das Recht für besseren Schutz gegen den Klimawandel. Viele sprechen längst von einem neuen Zeitalter des Menschen, dem Anthropozän.

Ein prominentes Beispiel für Rechtsmobilisierung im Anthropozän ist der Fall der Schweizer KlimaSeniorinnen. Die Beschwerdeführerinnen berufen sich auf ihre besondere Verletzlichkeit gegenüber Hitzewellen und setzen sich mit menschenrechtlichen Argumenten für eine effektivere Umsetzung des Pariser Abkommens ein. Ab dem 29.3.2023 wird vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt.

Der Beitrag nimmt die öffentliche Verhandlung zum Anlass, um in den Fall einzuführen und diesen im größeren Zusammenhang von Rechtsmobilisierung und Anthropozän zu verorten. Wie fallen Menschenrechte und umweltrechtliche Belange anlässlich der Klimakrise zusammen? Wo verfestigen sich traditionell-moderne Mensch-Natur Hierarchien, wo brechen sie auf? Wie lässt sich intersektionales Rechtsverständnis im Anthropozän neu denken?

 

Petra Sußner  ist Post-Doc an der Humboldt Universität zu Berlin und koordiniert die DFG Forschungsgruppe Recht-Geschlecht-Kollektivität.
Forschungsschwerpunkte: Legal Gender Studies, Asyl- und Migrationsrecht, Umweltrecht und Klimaklagen.

 

Moderation: Susanne Hochreiter


GAIN Gender Bites: "Performing Gender im Angesicht von COVID-19" mit Silke Felber

Montag, 18.10.2022
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom

Die Veranstaltung auf Facebook

Zu Beginn der COVID-19-Krise kam Frauen* in Österreich eine paradoxe (Un-)Sichtbarkeit zu. Während sie als Politikerinnen, Ärztinnen und Virologinnen deutlich unterrepräsentiert waren, nahmen sie hingegen als Objekte der diskursiven Auseinandersetzung mit der Pandemie eine auffallend dominante Rolle ein – Stichwort „Systemerhalterinnen“ bzw. „Heldinnen des Alltags“. Wie also wird Gender angesichts der pandemischen Gesundheits- und Wirtschaftskrise von politischen Repräsentant*innen in Szene gesetzt? Auf welche choreographischen, ikonographischen und sprachlichen Elemente stützt sich die intermediale Apparatur dieser Performances? Welche geschlechtlichen Rollenbilder werden im Zuge von COVID-19 implementiert, perpetuiert oder gar verabschiedet?

Zu diesen und ähnlichen Fragen wollen wir mit Silke Felber sprechen, die am Institut für Kulturmanagement und Gender Studies der MDW seit März 2021 das FWF-Projekt Performing Gender in View of the Outbreak leitet, das die Performance(s) europäischer Regierender angesichts der aktuellen Krise aus intersektionaler Perspektive beleuchtet.

Moderation: Susanne Hochreiter


GAIN Gender Bites: "Siri, Alexa und Algorithmen: Künstliche Intelligenz und ihr Gender-Problem" mit Doris Allhutter

Donnerstag, 13.01.2022
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom

Die Veranstaltung auf Facebook

 

Die KI-Forschung verfolgt das Ziel, Computer zu konstruieren, die möglichst menschenähnlich agieren. Neben nützlichen Effekten, die Menschen das Leben im Alltag erleichtern helfen, zeigen sich auch Nebeneffekte, die auf eine sehr einseitig erfasste Sicht von Welt verweisen. Technologien sind nicht neutral, sondern reproduzieren soziale Ungleichheiten, z.B. wenn Computerprogramme vorrangig der Perspektive der weißen, männlichen Mittelschicht folgen. Welche Verkürzungen von Weltsicht lassen sich in der KI-Forschung ausmachen? Wer/was bleibt darin unterrepräsentiert? Mit welchen Folgen für unser Zusammenleben?

Zu diesen und ähnlichen Fragen wollen wir mit Doris Allhutter, Wissenschafts- und Technikforscherin am Institut für die Technikfolgen (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ins Gespräch kommen, die in ihren Forschungen der Frage nach sexistischen und rassistischen Einschreibungen von KI nachgeht.

Moderation: Andrea Lehner-Hartmann


GAIN Gender Bites: "Rassismus und Gender - Vereinte Kämpfe mit dem Black Voices Volksbegehren" mit Noomi Anyanwu

Montag, 14.06.2021
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom



Die Veranstaltung auf Facebook

 

Im Zusammenhang der Protestbewegung #blacklivesmatter ist in Österreich das "Black Voices Volksbegehren" initiiert worden. Angesichts des strukturellen Rassismus in diesem Land und Österreichs kolonialer Geschichte sind die Forderungen des Volksbegehrens rasch umzusetzen. Nach über einem Jahr Pandemie erscheinen Diskriminierung und Vorurteile noch stärker konturiert. Was sind die Schwierigkeiten und Widerstände antirassistischer Politiken? Wie gelingt die Kooperation verschiedener antirassistischer Initiativen? Welche Rolle spielen Geschlechterfragen?

 

Einen Einblick in diese aktuellen Fragen gewährt uns im Rahmen von "GAIN Gender Bites" Noomi Anyanwu.

 

Moderation: Susanne Hochreiter


GAIN Gender Bites "Klassengespräche. Zur neuen Sichtbarkeit von Klasse und Gender" mit Brigitte Theißl und Betina Aumair

Donnerstag, 20.05.2021
18:00-19:00 Uhr, online via Zoom

 

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In der Pandemie rücken Klassenverhältnisse verstärkt in den Blick. Im deutschsprachigen Raum hat dabei auch das Konzept des Klassismus neue Aufmerksamkeit erfahren. Was bedeutet das für Feminismus und die Gender Studies? Warum bleibt class im intersektionalen Feminismus oft
ausgeblendet? Und welches Potenzial hat das Klassismus-Konzept für feministische Analysen?

Einen Einblick in diese aktuellen Fragen gewährt uns im Rahmen von "GAIN Gender Bites" Brigitte Theißl und Betina Aumair.

Moderation: Susanne Hochreiter


GAIN Gender Bites „Bildung und Ungleichheit“ mit Veronika Wöhrer und Andrea Lehner-Hartmann

Dienstag, 15.12.2020
18:00-19:00 Uhr
Online via Zoom

 

Die Maßnahmen angesichts der Corona-Pandemie betreffen insbesondere den bisher gewohnten Schul- und Studienalltag und werfen zentrale Fragen auf: Verstärkt Corona Bildungsungleichheit in Schulen und Hochschulen? Welche Folgen haben Schulschließungen für unterschiedliche Schüler*innengruppen hinsichtlich deren Lernfortschritten und Sozialkontakten? Welche Auswirkungen zeigen Kinderbetreuung und Homeschooling auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter einer Geschlechterperspektive?

Einen Einblick in diese aktuellen Fragen gewährt uns im Rahmen von "GAIN Gender Bites" Veronika Wöhrer, Professorin für Bildung und Ungleichheit an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, Universität Wien.


Moderation: Andrea Lehner-Hartmann

 

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